Neuigkeiten
Hier erfahren Sie alle aktuellen Neuigkeiten rund um die Graduate School Rhein-Neckar.
Seit 2006 bietet die Graduate School Rhein-Neckar berufsbegleitende Master-Studiengänge an. Unser Portfolio in Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und der Hochschule Mannheim umfasst derzeit verschiedene MBA- und Master-Studiengänge als berufsintegrierendes, berufsbegleitendes oder Fernstudium.
Um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, können Sie sich außerdem für unseren GSRN-Newsletter anmelden. Dieser erscheint etwa alle 6 – 8 Wochen.
Exkursion: BASF Creation Center
Statt Campus hieß es für unsere Studierenden am Freitag, den 6. Februar Treffpunkt an einem Ludwigshafener Luftschutzbunker. Ganz oben auf dem Bunker befindet sich nämlich das Creation Center der BASF in Ludwigshafen, das Ziel unserer Exkursion. Dort berät ein Team von Designer*innen Kund*innen bei der Entwicklung von Produkten mit den Kunststoffen der BASF. Das Interesse an der Exkursion war bereits im Vorfeld groß: Alumni, Studierende der Hochschule, Interessierte unserer Weiterbildungen und externe Gäste schlossen sich den MBA-Studierenden an, die gerade das Thema digitale Trends und Innovationen und deren Umsetzung in der Praxis behandeln.
Fokus Forschung & Entwicklung
Unser Gastgeber Andreas Maegerlein, Leiter des Creation Centers der BASF, und selbst Ingenieur und Designer, stellte uns die BASF vor und welche Bedeutung hier der Forschung beigemessen wird: rund 1.000 Patente im Jahr, inzwischen mehr Produktionsprozesse als Produkte und 10.000 Mitarbeitende, die weltweit im Bereich R&D tätig sind. Der Standort der BASF hier in Ludwigshafen gilt mit einer Fläche von 10 km² und 3.000 km an Pipeline als das größte zusammenhängende Chemiewerk der Welt. Das Besondere: Es ist ein Verbundstandort, in dem Energie und Abfallstoffe bestimmter Produktionsprozesse wiederum für andere Produkte vor Ort wiederverwendet werden.
Converting Challenges into Opportunity
Das Creation Center gehört zum Bereich BASF Performance Materials. An diesem Ort findet Innovation als Dienstleistung mit den Kund*innen im zwischenmenschlichen und iterativen Prozess statt. Denn die Zusammensetzung des Materials definiert die Qualität des Produkts, das daraus hergestellt wird. Sämtliche mögliche Materialarten, von technischen Thermoplasten über Polyurethane bis hin zu funktionalen Schäumen, können hier erlebt werden. Das Team der Performance Polymers führt auch Prozesssimulationen und Festigkeitsberechnungen durch. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, arbeitet das Center mit einem holistischen Ansatz, setzt auf breitgefächertes Wissen und gute Vernetzung weltweit in alle BASF-Abteilungen. So können sie Trends erkennen und für die Designs einbringen. Wie zum Beispiel beim Konzept ‚Let’s make modesty looking great‘ – weg von der Bequemlichkeit hin zu mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Kollaboration & Digitalisierung für Netto-Null-Emissionen in 2050
Genau hier nahm Jasmina Simon, Sustainability Manager, den Faden auf und zeigte, welche Regularien es zu berücksichtigen gilt, um die Umweltziele zu erreichen. Was bedeutet es für die BASF, die unglaubliche Mengen an Strom für die Produktion benötigt, auf erneuerbare Energien umzusteigen? Sie hat zum Beispiel mit Partnern einen Offshore Windpark vor der niederländischen Küste gebaut. Wie plant der Verbundstandort die Produktion so, dass sich verschiedene Kreisläufe an Ressourcen ergeben? Stichwort Circular Economy. Intern gibt es ein Tool, das die PCF Werte (Product Carbon Footprint) berechnet, die in einer App den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Denn die Materialien, die Chemie, ist meist der Beginn der Wertschöpfungskette von Produkten.
Aus Transparenz entsteht Effizienz
Wie ein Daten Ökosystem im Bereich Automobil-Industrie für effizientere Lieferketten sorgt, erfuhren wir von Andreas Wollny. Er ist Digital Expert in diesem Bereich und stellte uns Catena X vor, ein Unternehmensnetzwerk und digitales Tool für B2B Kollaboration, das über die Unternehmensgrenzen hinweg die Supply Chain abbildet und eine multi-tier Kollaboration ermöglicht. Indem die Unternehmen der Lieferkette (Tier und OEM) zusammenarbeiten und die Prozesse mit dem Peer to Peer Datensystem transparent gemacht werden, lassen sie sich optimieren. So wird ab 2027 ein Batterie Pass für Automobile verpflichtend sein, der bereits auf Catena-X basierend entwickelt wurde: Pathera. Bis 2030 werden digitale Produktpässe (DPP) mit PCF Werten in Produktgruppen für die Verbraucher in Europa eingeführt. Die digitalen Systeme gilt es jetzt zu schaffen. Anbieter aus dem Bereich Track & Trace / digitale Zwillinge (v.a. Textil, Fashion, Elektronik) koppeln z. B. physische Labels (QR, NFC, RFID) mit einer Cloud‑Passseite, auf der der Produktpass abrufbar ist.
Nach der Mittagspause durften wir bei einem Rundgang durch das Creation Center verschiedene Prototypen kennen lernen wie das Konzeptfahrzeug Oli von Citroen. Manchmal schicken Kunden auch das Endprodukt, dessen Anfänge in Ludwigshafen entworfen wurden, dem Creation Center. Wie z. B. ein Dachhimmel von Volvo, der in der Kaffeeküche hängt.
Besucherzentrum und Werksrundfahrt
Schließlich bekamen wir noch eine kleine Einführung in die weiteren Produkte der BASF und ihre Geschichte im Besucherzentrum. Am Touchscreen Tisch zeigte uns unser Guide, wo der Rosen-Duftstoff, die Vitamine oder das Pflanzenschutzmittel produziert werden. Bei der Rundfahrt konnten wir die Größe und Komplexität der Anlagen erleben und einen Eindruck von der Logistik bekommen, die bereits innerhalb des Werkes erforderlich ist.
Eine beeindruckende Erfahrung für jede*n von uns! Vielen Dank an das Team des BASF Creation Centers!